Pylia

Die Pylia ist die seit der Antike bezeichnete südwestliche Halbinsel des Peloponnes mit seinen drei Hafenstädtchen Pylos (heutige Stadtverwaltung der Pylia), Methoni und Koroni. Jeder dieser Orte hat seine eigene Burgfestung, aber jeweils ganz unterschiedliche Atmosphäre. Sie werden Ihren eigenen „Favoriten“ herausfinden, manche wechseln diesen je nach Lust und Laune täglich. Hier ist man also nicht nur auf einen Ort konzentriert. „Newcomer“ ist die Ortschaft Gialova gegenüber Pylos direkt an der Bucht von Navarino,

Pylos (sprich: Pilos, 2.338 Einwohner nach Zensus 2011) lädt ein zu seiner Bilderbuch-Platía mit uralten Platanen und Palmen direkt an der Bucht von Navarino, in der die historische Seeschlacht zur Befreiung Griechenlands 1827 stattfand. Einheimische wie Besucher beobachten das geschäftige Treiben unter den Arkadengängen, die für Schutz bei Sonne oder Regen sorgen. An der Mole machen manchmal Kreuzfahrtschiffe fest, Segelregatten machen in der Marina halt. Es bieten sich Schiffsausflüge mit selbstgemieten 30PS-Booten oder organiserten Ausflügen in der Bucht von Navarino zum grossen Felsentor, versteckten Sandstränden und der Insel Sphakteria an. Ein Spaziergang lädt  zur Burgfestung ein, von der Sie wunderschöne Landschaftsblicke geniessen können. Einem grandiosen Sonnenuntergang und unvergessliche Weitblicke erleben Sie nach schwindelerregender Autofahrt auf den Gipfel des Nikólaosberges, 480 Höhenmeter direkt über dem Meeresspiegel! Hier stehen seit 2013 acht große Windräder. Eine kleine Betonstrasse führt dort seit einigen Jahren hinauf, oben erwartet Sie ein Kirchlein mit Steinbänken und Tischen zum Picknick.

Methoni (wie englisch mit „ti-eitsch“ geprochen, 1.107 Einwohner) zeigt nur vormittags Geschäftigkeit in der langen, schmalen Geschäftsstrasse, in der typischerweise die Männer vor den Kaffeehäusern sitzen. Vorne am Strand findet man an der Platía jede Menge Bars und Tavernen sowie die beeindruckende Venezianerfestung im Meer. Bei einem einstündigen Spaziergang kann man das weitläuftge Gelände erkunden. Die meisten Steine wurden leider auf Veranlassung der französischen Militärs abgetragen, als die heutige Stadt nach Griechenlands Befreiung ausserhalb der Wehrmauern aufgebaut wurde. Fotis Zombolas bietet täglich Bootsausflüge zur vorgelagerten Naturschutzinsel „Sapientza“ an: ein karibisch anmutender Traumstrand und endemische „Erdbeerbäume“ erwarten Sie auf der nur von Muflons und Wildziegen (Kri-Kri) bewohnten Insel. Das Betreten und im November offizielles Jagen ist nur mit Genehmigung des Forstamtes Kalamata erlaubt. Nur 60km südwestlich der Insel befindet sich der tiefste Graben des Mittelmeeres in 5.267m Tiefe. Die frühchristliche Höhlenkirche des Hl Oinoufrios liegt ausserhalb der Stadt in den Felsen 1000m nördlich des Fußballplatzes. Wie eine kreisrunde Badewanne mutet die kleine Bucht des „Limin Pappas“ an, die nur einen 2m breiten Ausgang zum Meer hat (leider heute unweit des Kläranlagen-Neubaus). Tipp zum musikalisch untermalten Sonnenuntergang: die Pizzeria oberhalb der Burgfestung.

Koroni (1.390 Einwohner in 2011) lädt zum Verweilen an seiner palmenbestandenen Uferpromenade und dem romantischen Fischerhafen ein. Im August 2008 konnte man dort sogar Meeresschildkröten beobachten. Der Messenische Golf mit dem mächtigen Taygetosgebirge bildet eine eindrucksvolle Kulisse. Die Festung mit seinem Nonnenkloster überragt die engen Häusergassen. Dieses malerische Städtchen wirkt ganzjährig sehr aufgeweckt. Es hat schon vor 30 Jahren die ersten Urlauber und Hauskäufer aus Bayern durch einheimische Gastarbeiter angezogen. Einen Ausflug in absolute Einsamkeit bis zum Kap Akritas und zur Bucht von Faneromeni können Autofahrer unternehmen. Tipp: Abendessen im Dorfzentrum von Vasilitsi in der Taverne von Níkos Christópoulos, einem glühenden Anhänger von Fidel Castro.

Der Hafenort Finikounda (674 Einwohner in 2011) lockt mit Fischerhafenromantik, einer Vielzahl von Tavernen und Bars mit Stühlen und Tischen im Sandstrand. Der Blick schweift über die Fischerboote zu verschwiegenen Buchten und Inseln gegenüber der Bucht. 10 Monate im Jahr finden Sie griechische Beschaulichkeit, im Juli und August tanzt dort vor allem nachts „der griechische Bär“! Mit dem Kaiki von Kostas Apostolopoulos können Sie sich zu einsamen Badebuchten fahren lassen (Marathi, Ammos). Auch die Inseln Mariani mit ehemaligem Kloster und die Insel Shiza (Südhälfte ist militärisches Sperrgebiet) mit zwei unerschlossenen Tropfsteinhöhlen locken die Pioniere unter den Urlaubern an.

Das grüne Hinterland erwartet Sie mit verträumten Dörfern in malerischer Landschaft zwischen Weinfeldern und Zitrus- und Olivenhainen. Eine Überraschung bieten die Wasserfälle, die man mit kurzen Wanderungen in üppiger Natur besuchen kann: * die Schlucht „Polilimnio“ mit Wasserfall bei Kazarma-Charavgí * der Wasserfall „Kalámaris“ bei Giálova-Shinólakka * Wasserfälle „Katsoulólimna“ bei Vlachópoulos und * die Schlucht „Valta“ mit Wasserfällen bei Filiatra (liegt genau genommen nicht mehr in der „Pylia“, sondern in der „Trifylia“)

Entdecker wandern im Flussbett der Felsschlucht „Xerias“. Dort erwartet Sie ein vergessenes historisches Highlight, ein 20m hohes osmanisches Aquädukt, das die Schlucht überspannt. Von der Felswand oberhalb des Aquäduktes hängen mächtige Stalaktiten. An einem 4m hohen Stalagmit erreicht man eine abenteuerliche Eisenleiter, die zu einem der Schatzhöhlen führt, die zur Türkenzeit als Verstecke genutzt wurden. Ausgangspunkt ist ein Olivenhain gegenüber dem ehemaligen Steinbruch direkt an der Nationalstraße Pylos-Kalamata (wenige Kilometer nach der Straßenkreuzung am Golfplatz Navarino Bay).

Giálova (286 Einwohner) hat ein besonderes Highlight der Pylia: Eine Lagune als Vogelbiotop mit Wanderwegen, Sie sehen u.a. Reiher und Flamingos, die hier auf ihrem Vogelzug übers Mittelmeer haltmachen. Auch das afrikanische Chamäleon hat hier den einzigen Wohnsitz in Europa, auf einer Fläche von nur 4000m x 200m. Oberhalb der Lagune kann man auf die alte Festungsruine „Pylos“ mit der schon von Homer erwähnten Nestorhöhle, darunter das meistfotografierte Halbrund der Voidokiliábucht. Unweit davon der nur 2m offene „lovebeach“ „Glossa“ mit dem Kuppelgrab des Thrasymedes. Hier verläuft die Grenze der Pylia mit der Tryfilia. Im Ort Giálova wurden in den letzten Jahren die häßlichen Wein- und Zitrusfabriken der 50iger Jahre abgerissen, einheimische Investoren liessen am Meer mehrere stilvolle Tavernen, Restaurants, Kneipen, Boutiquen und einen kleinen Wellnesstempel entstehen. Neben der neu gepflasterten Strandpromenade gefällt die kleine palmenbestandene Platía. Das ehemals „hässliche Entlein“ der Pylia hat sich gemausert!
Die Straße nach Pylos wurde um den international prämierten neuen Golfplatz Navarino Bay herum verlegt, der 2011 am Südende der Ortschaft direkt am Meer eröffnet wurde.

Oberhalb des lebendigen, typisch griechisch gebliebenen Dorfes Koryphasion (467 Einwohner in 2011) liegt die Ausgrabung des bereits in der Trifylia liegenden mykenischen Nestorpalastes mit seinen Kuppelgräbern.

x